Humboldt-Forschungspreise bringen Spitzenforscher aus den USA und Südkorea nach Deutschland
Dr. Yuri Mishin and Prof. Sang Ho Oh verstärken ihre Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien
Auf den Punkt gebracht:
- Auszeichnung: Die Alexander von Humboldt-Stiftung verleiht den Humboldt-Forschungspreis an die Materialwissenschaftler Yuri Mishin (George Mason University, USA) und Sang Ho Oh (Korea Institute of Energy Technology, Republik Korea).
- Förderung: Der Preis ist mit jeweils 80.000 Euro dotiert und unterstützt Forschungsaufenthalte sowie wissenschaftliche Kooperationen in Deutschland.
- Kooperation: Beide Forschenden werden eng mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Nachhaltige Materialien (MPI-SusMat) zusammenarbeiten.
- Forschungsschwerpunkte: Atomistische Simulationen von Materialdefekten, maschinelles Lernen für die Materialforschung und moderne Elektronenmikroskopie mit Echtzeit-Bildgebung.
- Ziel: Ein tieferes Verständnis von Materialien auf atomarer Ebene, um nachhaltige Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften zu entwickeln.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat den Humboldt-Forschungspreis an Dr. Yuri Mishin von der George Mason University (USA) und an Prof. Sang Ho Oh vom Korea Institute of Energy Technology (Republik Korea) verliehen. Der mit jeweils 80.000 Euro dotierte Preis würdigt international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und unterstützt ihre Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in Deutschland. Die Preise wurden im Rahmen der Jahrestagung der Humboldt-Stiftung am 24. Juni 2026 verliehen.
Beide Preisträger werden mit Forschenden am Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien (MPI-SusMat) zusammenarbeiten. In gemeinsamen Projekten werden mit Hilfe von Simulationen und Experimenten Werkstoffe atomgenau untersucht. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis von Werkstoffen zu gewinnen, um nachhaltige Materialien für praktische Anwendungen gezielt entwickeln zu können. Dabei geht es vor allem um metallische Werkstoffe, die zum Beispiel in Batterien, Mikrochips oder Sensoren eingesetzt werden.
Mit computergestützten Simulationen Materialeigenschaften entschlüsseln – Yuri Mishin
„Es ist eine große Ehre, den Humboldt-Forschungspreis zu erhalten, und ich freue mich darauf, meine Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Team weiter auszubauen. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, Materialdefekte besser zu verstehen und dadurch die Materialeigenschaften gezielt einstellen zu können“, sagt Mishin. Defekte in Materialien können Eigenschaften wie Härte, Duktilität, Diffusion und Ionentransport beeinflussen und spielen daher eine wichtige Rolle in Technologien, die von Strukturwerkstoffen bis hin zu Lithium-Ionen-Batterien reichen.
Yuri Mishin ist international als Experte für theoretische und computergestützte Materialwissenschaft bekannt. Seine Forschung hat atomgenaue Simulationsmethoden und maschinelle Lernverfahren zur Untersuchung des thermodynamischen und kinetischen Verhaltens von Materialien entscheidend vorangebracht.
Während seiner Zusammenarbeit mit dem MPI-SusMat plant Mishin, bestehende thermodynamische Modelle von Defekten auf komplexe Legierungen auszuweiten und zu untersuchen, wie deren Veränderung die mechanischen und funktionellen Eigenschaften von Materialien beeinflusst. Die Kooperation mit dem Max-Planck-Team verbindet Mishins starke theoretische Expertise mit den modernen experimentellen Möglichkeiten des Instituts in der hochauflösenden Materialanalyse und der computergestützten Materialentwicklung.
Materialeigenschaften mit modernster Elektronenmikroskopie verstehen – Sang Ho Oh
„Ich freue mich sehr über diesen Humboldt-Forschungspreis. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen am Max-Planck-Institut werden wir Hoch-Entropie-Legierungen mittels Transmissionselektronenmikroskopie untersuchen und maschinelles Lernen einsetzen, um die experimentellen Daten auszuwerten. Dadurch können wir Materialoberflächen rekonstruieren und verstehen, wie sich deren Mikrostruktur auf die Eigenschaften des Materials auswirkt“, erklärt Oh.
Oh ist Experte für moderne Elektronenmikroskopie und Materialwissenschaft im Nanometermaßstab. Seine Forschung konzentriert sich auf Verformungsmechanismen im Nanobereich, neuartige atomare und elektronische Strukturen an Grenzflächen und Oberflächen sowie Vorgänge in Dünnschichtbauelementen – zentrale Themen für die Entwicklung zukünftiger Technologien.
Sang Ho Oh ist bekannt für sogenannte In-situ Experimente. Dabei werden Materialproben erhitzt, gekühlt oder verformt und gleichzeitig im Elektronenmikroskop beobachtet. Durch diese Echtzeit-Bildgebung sind wichtige Einblicke in die Dynamik von Atomen, Ionen und Elektronen unter äußeren Einflüssen möglich. Während Ohs Forschungsaufenthalt in Deutschland plant er, modernste In-situ-Elektronenmikroskopie mit modernen Analysemethoden zu kombinieren, um atomare Prozesse in komplexen Materialien aufzuklären.
Über den Humboldt-Forschungspreis
Der Humboldt-Forschungspreis wird jährlich von der Alexander von Humboldt-Stiftung an herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihr Lebenswerk verliehen. Die Preisträger*Innen werden eingeladen, Forschungsprojekte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in Deutschland durchzuführen und ihre Gastinstitution selbst auszuwählen.
Yuri Mishin wird von den Professoren Gerhard Dehm, Christina Scheu und Jörg Neugebauer am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien betreut. Sang Ho Oh wird mit den Arbeitsgruppen von Scheu und Dehm zusammenarbeiten und darüber hinaus mit Professor Christoph Koch an der Humboldt-Universität zu Berlin kooperieren.
Autorin: Yasmin Ahmed Salem













