Experimentierkasten gewinnt Publikumspreis

Max-Planck-Team setzt sich beim Innovationssemester durch

9. März 2021
Eine Schülerin testet mit dem Experimentierkasten aus Haushaltsmitteln die Eigenschaften verschiedener Metalle.

Vivian Schock, Studentin der Zahnmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), Antonio Schulz, Auszubildender in der Materialprüfung am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) und Linda Stange, Pädagogikstudentin der Hochschule Düsseldorf (HSD), konnten mit ihrem Experimentierkasten für Schüler*innen das Publikum überzeugen und gewannen den ersten Preis beim Innovationssemester 2020/21.

„Unsere Idee für den Experimentierkasten war es, auf der einen Seite den Leuten die Aufgaben eines Werkstoffprüfers näher zu bringen und auf der anderen Seite zu zeigen, dass manche von den Lebensmitteln, die wir tagtäglich zu uns nehmen, so aggressiv sind, dass sie sogar in der Lage sind, metallische Oberflächen anzuätzen und folglich nicht wirklich gesund sind. Bei den Kindern soll außerdem das Interesse für die Wissenschaft und Forschung geweckt werden.“, so Schulz, der das Projekt zusammen mit seinen Ausbildern Heidi Bögershausen und Herbert Faul am MPIE maßgeblich betreut hat. Das Gewinner-Projekt erzielte über eintausend der gut dreitausend Stimmen des digitalen Publikums-Votings.  

Von links nach rechts: Antonio Schulz, Auszubildender zum Werkstoffprüfer am MPIE; Herbert Faul, Ausbilder am MPIE; Heidi Bögershausen, Ausbilderin am MPIE; Vivian Schock, Studentin der Zahnmedizin an der HHU; Linda Stange, Studentin der Pädagogik der Kindheit und Familienbildung an der HSD.

 „Nach meinem Abitur absolvierte ich die Ausbildung als zahnmedizinische Fachassistentin und reiste mit „Zahnärzte ohne Grenzen“ in die Mongolei und nach Peru. Jetzt bin ich  Studentin der Zahnmedizin im 3. Semester. Die Naturwissenschaften gehören mittlerweile zu meinem Alltag. Mein persönliches Interesse gilt der Materialforschung, insbesondere für Knochenersatzmaterialien. Der Bedarf an innovativen Materialien wird zu einem großen Thema in der Zukunft der Medizin. Ich bin beeindruckt von der angewandten Wissenschaft des Max-Planck-Institutes und begeistert, dass die HHU uns Studierenden ein Projekt zu metallischen Elementen ermöglicht, das meinem Interesse an Werkstoffen sehr nahe kommt.“, so Schock.

 „Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Meistens wissen sie gar nicht, welche Haushalts- und Lebensmittel ungesund, schädlich für sich selbst und die Umwelt sind. Mit der Teilnahme an diesem Projekt kann ich mir vorstellen, dass ich im späteren Verlauf gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung solche Experimentierkästen zusammenstelle und dabei die Risiken, Gefahren und Beeinflussung thematisiere. Ziel ist es, eine bewusste Haltung gegenüber dem Einfluss von verschiedenen Mitteln zu entwickeln und dieses Wissen weiterzutragen. Insbesondere an Kinder und Jugendliche, aber auch an Eltern.“, erklärt Stange ihr Interesse am Innovationssemester. Rund 100 junge Menschen aus Düsseldorf und der Umgebung haben am Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf im Winterhalbjahr 20/21 teilgenommen.

Eine hochkarätige Jury aus Expert*innen der Kultur, der Wirtschaftsförderung und des Schulverwaltungsamts Düsseldorfs zeichnete das zweite Gewinner-Projekt aus: Der Jurypreis ging an das Augmented-Reality-Kunstprojekt „unsere Straßen, unsere Künstler“, unter Leitung von Inge Sauer und Sabine Hegel. „Düsseldorfs Ruf als Stadt der Künstler und Kreativen geht auf die Düsseldorfer Malerschule zurück. 30 Straßen sind nach Künstlern dieser Zeit benannt, aber die Düsseldorfer - auch die Bewohner dieser Straßen - kennen die Namensgeber kaum. Durch eine Smartphone-App möchten wir den öffentlichen Raum zum Leben erwecken und die Straßen zu einer Galerie der Künstlerstraßen werden lassen“, so Inge Sauer.

Die Preise wurden von Prof. Edeltraud Vomberg, Präsidentin der Hochschule Düsseldorf, und Dr. Kai de Weldige, Geschäftsführer der Wissensregion Düsseldorf e.V. und am MPIE, am Abend bei einer digitalen Abschlussfeier verliehen. „Besonders beeindruckt hat mich dieses Jahr, dass die jungen Menschen bei uns trotz der aktuellen Umstände so wichtige Ergebnisse erzielen konnten“, so Edeltraud Vomberg. „Das zeigt: Trotz Online-Semester sind innovative Lehre und Austausch nicht nur möglich, sondern äußerst gewinnbringend für alle.“ Einen besonderen Dank sprach Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller in seinem Grußwort an die Teilnehmenden aus: „Wir sind stolz, dass unsere jungen Menschen mit diesem Düsseldorfer Modell Vorbild für innovative Bildung im ganzen Land sind. In Corona-Zeiten müssen wir umso mehr für die junge Generation tun – und umgekehrt gibt ihr Engagement der Gesellschaft sehr viel zurück.“

Im Innovationssemester sollen junge Menschen in der Wissensregion Düsseldorf durch die Zusammenarbeit über Bildungswege und Fachgrenzen hinweg an gemeinsamen Herausforderungen persönlich wachsen. Im Winter 2020 sind dazu zehn Teams gestartet, die von Expertinnen und Experten aus der Heinrich-Heine-Universität, der Hochschule Düsseldorf, der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung, aus Unternehmen und Kulturinstitutionen geleitet werden. Die jungen, bunt durchmischten Gruppen aus Studierenden und Auszubildenden aller Fachrichtungen lösen dabei aktuelle gesellschaftliche und unternehmerische Herausforderungen mit kreativen Mitteln.  

Die Preisverleihung ist online abrufbar auf www.wissensregion-duesseldorf.de/voting

Autoren: Christina Rauh, Wissensregion Düsseldorf e.v., und Yasmin Ahmed Salem, MPIE

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