Humboldt-Stiftung zeichnet Ankita Mahajan und Sravan Kumar aus
 

Ausgezeichnete Postdocs setzen am Max-Planck-Institut für Eisenforschung ihre Arbeit zur Reduktion von CO2 und zum Leichtbau fort

27. September 2021

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Dr. Ankita Mahajan und Dr. Sravan Kumar Kanchari Bavajigari mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für Postdocs ausgezeichnet. Die Stipendien unterstützen einen Aufenthalt an einem beliebigen Forschungsinstitut in Deutschland. Beide Forscher wählten das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) als Gastgeber für die nächsten zwei Jahre und werden am MPIE ihre Forschungsprojekte im Bereich der industriellen CO2-Reduktion und dem Leichtbau fortsetzen.

Humboldt-Stiftung zeichnet Dr. Ankita Mahajan (links) und Dr. Sravan Kumar aus. Die ausgezeichneten Postdocs werden am Max-Planck-Institut für Eisenforschung ihre Arbeit im Bereich der industriellen CO2-Reduktion und dem Leichtbau fortsetzen.

Grüne Metallurgie: Gewinnung von Roheisen durch Elektrolyse

Mahajan ist eine ausgezeichnete Chemikerin der Jadavpur Universität (Indien) und Mitautorin von zehn Veröffentlichungen in exzellenten Fachzeitschriften. In ihrem Forschungsprojekt in der MPIE-Abteilung „Mikrostrukturphysik und Legierungsdesign“ beschäftigt sich Mahajan mit der Gewinnung und Herstellung metallischer Werkstoffe, die große Mengen an Energie benötigen und Treibhausgase freisetzen. Ihr Forschungsziel ist es, Wege zu finden, diese Emissionen mit Hilfe der Elektrolyse zu reduzieren.

Die Elektrolyse wird zur Trennung von Elementen aus natürlich vorkommenden Quellen verwendet. Die Elektrolyse von Eisenerz erfordert jedoch enorme Energiemengen und es fehlt bisher an geeigneten Kathoden- und Anodenmaterialien, die in der Lage sind, die Temperaturen von bis zu 1500°C in einem Hochofen zu überstehen. Mahajans Forschung zielt auf die Verwendung verschiedener ionischer Niedertemperaturflüssigkeiten als Elektrolyte anstelle herkömmlicher wässriger oder organischer Elektrolyte für die Elektrolyse von Eisenerzen. Dies wäre zum einen umweltfreundlich und könnte zum anderen die Korrosion von Eisen bei der Gewinnung von Roheisen aus Erzen verringern. Ein zum MPIE passendes Forschungsprojekt, wie Mahajan erklärt: „Die Weltklasse-Infrastruktur des Instituts fördert die Entwicklung neuer Methoden und steigert das Forschungsinteresse. Das ermutigt mich, mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen hier zusammenzuarbeiten.“ 

Bekämpfung der Korrosion von Magnesium für den Leichtbau der Zukunft

Kumar promovierte an der University of Houston (USA). Er glaubt fest daran, dass die Verbreitung von Wissen der Schlüssel zum wissenschaftlichen Fortschritt ist. Eine Überzeugung, die er durch seine Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften in die Praxis umsetzt. Kumars Forschungsziel während seines Aufenthalts in der MPIE-Abteilung „Computergestütztes Materialdesign“ ist die Entwicklung einer computergestützten Grundlage zum Verständnis der Rolle von Eisenverunreinigungen bei der Magnesiumkorrosion. Denn Leichtbauwerkstoffe wie Magnesium werden in der Automobil-, der Luft- und Raumfahrtindustrie dringend benötigt, um das Gewicht von Fahrzeugen zu reduzieren und damit nicht nur Kraftstoffkosten zu senken, sondern vor allem auch die Treibstoffemissionen zu verringern. Ein Problem, was den Einsatz im großen Maßstab verhindert, ist jedoch die hohe Korrosionsanfälligkeit von Magnesiumlegierungen.

Um wissensbasierte Korrosionsschutzstrategien zu entwickeln, ist es von entscheidender Bedeutung, die atomistischen und elektronentransportierenden Mechanismen der Korrosion zu verstehen. „Ich fühle mich geehrt, diesen Preis zu erhalten und freue mich auf die Arbeit am MPIE. Ich kann hier neue Methoden lernen, indem ich mit führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet in Kontakt komme. Darüber hinaus kann ich durch die Teilnahme an Konferenzen und wissenschaftlichen Aktivitäten das Bewusstsein für Magnesium als Konstruktionswerkstoff fördern. So wird der Aufenthalt am MPIE meiner Karriereentwicklung als Forscher enorm helfen", erklärt Kumar.

Die Humboldt-Stiftung unterstützt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland und aus Deutschland. Sie vergibt diese Forschungsstipendien für erfahrene Forscher*innen, die über eine hervorragende Qualifikation und ein eigenes Forschungsprofil verfügen. Da die Preisträgerin oder der Preisträger die Gastinstitution in Deutschland frei wählen kann, ist der Preis sowohl für die Preisträgerin oder den Preisträger als auch für die Gastinstitution eine große Ehre.

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