Wie Wasserstoff Metalle aus Industrieabfällen zurückgewinnen kann

Tugce Beyazay gewinnt Düsseldorfer Science Slam

Auf einen Blick

  • Auszeichnung: Dr. Tugce Beyazay, Projektgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien, gewinnt Science Slam bei der Düsseldorfer Nacht der Wissenschaft 2026
  • Forschungsfrage: Kann Wasserstoff genutzt werden, um wertvolle Metalle aus Industrieabfällen zurückzugewinnen?
  • Mögliche Auswirkungen: Weniger Abfall, bessere Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe und eine nachhaltigere Metallproduktion

Drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler traten beim Science Slam im Rahmen der Düsseldorfer Nacht der Wissenschaft am 11. September gegeneinander an. Dr. Tugce Beyazay, Projektgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien, gewann den Wettbewerb mit ihrem unterhaltsamen Vortrag „Breaking bonds – the chemistry of hydrogen reduction“. Darin verwandelte sie ihr Forschungsthema in eine Dating-Show nach dem Vorbild der TV-Sendung „Die Bachelorette“ und erklärte, wie Wasserstoff genutzt werden kann, um Metalle aus Industrieabfällen zurückzugewinnen.

Von Industrieabfällen zu wertvollen Rohstoffen

Viele Metalle in Industrieabfällen sind in Form von Metalloxiden an Sauerstoff gebunden. Doch nicht alle diese Bindungen sind gleich stark. Verschiedene Metalloxide weisen unterschiedliche thermodynamische Stabilitäten auf. Das bedeutet, dass sich manche Metalle als andere von Sauerstoff lösen. Daraus ergibt sich eine wichtige Forschungsfrage: Kann Wasserstoff gezielt wertvolle Metalle zurückgewinnen, auch wenn die verschiedenen Metalle unterschiedlich starke Bindungen mit Sauerstoff eingehen?

Diese Frage ist für die Kreislaufwirtschaft von großer Bedeutung. Industrielle Abfallströme, beispielsweise verbrauchte Katalysatoren, enthalten wertvolle Metalle. Weltweit fallen jedes Jahr rund 200.000 Tonnen verbrauchter Katalysatoren an. Effiziente Verfahren zur Rückgewinnung dieser Rohstoffe werden daher immer wichtiger.

Düsseldorfer Nacht der Wissenschaft

Das Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien beteiligte sich in diesem Jahr mit Beyazays Science Slam an der Nacht der Wissenschaft. Außerdem hielt Dr. Navyanth Kusampudi, Postdoktorand am Institut, einen Vortrag darüber, wie Künstliche Intelligenz zur Analyse von Babygeschrei und Vogelgesang eingesetzt werden kann.

Am Wissenschaftsstand des Instituts präsentierte das Max-Planck-Team aktuelle Forschung zur Produktion von grünem Wasserstoff, zur Energiespeicherung in Batterien sowie zur Charakterisierung von Energiematerialien auf atomarer Ebene.

Die nächste Nacht der Wissenschaft in Düsseldorf ist für Herbst 2028 geplant.

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