Aufarbeitung der NS-Zeit am Max-Planck-Institut für Eisenforschung

Düsseldorfer Institut veröffentlicht umfassendes Wiki

26. April 2021
Links: Zerstörtes Hauptgebäude des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung nach einem Bombenangriff der Alliierten 1943. Rechts: das heutige Instituts-Hauptgebäude.

Das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) hat sich in einem fast vierjährigen Projekt mit seiner NS-Vergangenheit beschäftigt und veröffentlicht jetzt in einem umfassenden Geschichts-Wiki die Ergebnisse. Das Wiki gibt Aufschluss über das dunkelste Kapitel der Institutsgeschichte und zeigt die Rolle des Instituts im Nationalsozialismus.  „Im Zuge der Recherchen anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums 2017, sind wir auch auf Akten gestoßen, die die Zeit zwischen 1933 bis 1945 darstellten. Von Feldpostbriefen, zu Fotos, die die Institutseinweihung unter NS-Flagge zeigten bis hin zu Entnazifizierungsakten. Wir waren uns in der Geschäftsführung sofort einig, dass wir uns diesem Kapitel stellen müssen. Als Andenken an die Opfer, aber auch um unsere Zukunft aus der Geschichte heraus zu begreifen. Wenn man das Institut heute betritt und sieht wie Menschen von über 35 Nationen an aktuellen Forschungsthemen unserer Zeit zusammenarbeiten, ist es schier unvorstellbar, was damals passiert ist. Umso wichtiger ist es uns, sich die Ereignisse vor Augen zu führen und uns zu erinnern, wie fast selbstverständlich ein Forschungsinstitut zu Rüstungszwecken missbraucht wurde.“, sagt Dr. Kai de Weldige, kaufmännischer Geschäftsführer des MPIE und Initiator des Projekts.

Im Auftrag des MPIE hat die Agentur Neumann & Kamp Historische Projekte recherchiert. Das Ergebnis ist ein Manuskript, welches bei Interesse jederzeit beim Institut angefordert werden kann, und ein Geschichts-Wiki, welches vollständig auf der Instituts-Website zugänglich ist.

Geplant ist zudem ein Gastvortrag der Historiker, die an dem Projekt beteiligt waren. Aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, wird der Vortrag bis auf Weiteres vertagt.

Autorin: Yasmin Ahmed Salem

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