Neuer Hochleistungsstahl mit Potential für die Automobilindustrie entwickelt

18. Juli 2011

Darauf haben Automobilhersteller lange gewartet: ein fester und dennoch formbarer Hochleistungsstahl, der leicht und auch noch günstig ist.

Das Bild zeigt das Ergebnis einer Messung mit der dreidimensionalen Atomsonde. Man sieht nicht nur die martensitischen und austenitischen Zonen, man erkennt sogar einzelne Atome (hier farblich unterschiedlich dargestellt).

Ein Traum? Seit kurzem nicht mehr, denn Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) in Düsseldorf haben ihn entwickelt. Grundlage ist ein martensitaushärtender Stahl, ein ultrahochfester Stahl mit geringem Kohlenstoff und hohem Nickelgehalt von ca. 15-25 %. Da Nickel ein sehr teurer Legierungsbestandteil ist, haben die Wissenschaftler am MPIE den Anteil reduziert, was die Kosten erheblich senkt. Zusätzlich zur Kostenreduktion entdeckten sie einen Effekt, der das Material nun auch erheblich formbarer gestaltet.

Dr. Dirk Ponge, Gruppenleiter am MPIE, hat diese neue Stahlsorte entwickelt. „Wir haben einen Stahl entwickelt, der fest und gleichzeitig verformbar und ultraleicht ist. Dies hilft bei der Herstellung komplizierter Teile und erhöht die Sicherheit zum Beispiel bei einer Anwendung im Automobilbereich“, so Ponge. Die Gewichtsreduktion geht mit einem geringeren Energieverbrauch einher und somit einer niedrigen CO2-Emission, sodass dieser gerade für Automobilhersteller höchst interessant ist.

Autor: Rebekka Loschen

Zur Redakteursansicht